Seit 2023 fördert und begleitet der Verein Gepflegt Wohnen e.V. Quartiersprojekte sowie die Bielefelder Modelle in enger Zusammenarbeit mit verschiedenen Pflegediensten in Bielefeld.
Unser Ziel ist es, quartiersnahe Strukturen zu erhalten und weiterzuentwickeln, um Bürgerinnen und Bürger, gemeinnützige Vereine, Kommunen und Wohnungsunternehmen beim Aufbau von Nachbarschaftshilfe und bei der Gestaltung altengerechten und behindertengerechten Wohnens zu unterstützen.
Im Mittelpunkt unserer Arbeit steht das selbstbestimmte Leben von Menschen mit und ohne Hilfebedarf – als gemeinschaftliches, gelebtes Projekt.
Wir schaffen Räume, in denen Menschen mit umfassendem Unterstützungsbedarf mitten in der Gemeinschaft leben können. Durch unsere Vernetzungsarbeit stärken wir die Kultur des Miteinanders und entwickeln sie gemeinsam mit allen Beteiligten zu einer lebendigen, solidarischen Kooperation weiter.
Geschichte des Bielefelder Modells
In den 1990ern entstand das erste Bielefelder Modell. Die BGW Bielefelder Gesellschaft für Wohnen und Immobiliendienstleistung mbH wollte seinerzeit eine geförderte Altenwohnanlage bauen, die als selbstbestimmtes Wohnprojekt mit Versorgungssicherheit Menschen die Möglichkeit bietet, dort tatsächlich mit Unterstützungsbedarf bis hin zum Tod alt werden zu können.
Laut Gesetz war hierfür eine Betreuungspauschale für eine nahestehendes Heim notwendig, ausserdem gab es noch die Möglichkeit die Versorgungssicherheit auf andere Weise zu lösen. Die Wohnprojektberatung entwickelte dann mit der BGW zusammen ein Konzept, wie die Versorgungssicherheit auf andere Weise gelöst werden kann und dieses wurde dann vom Land zur Förderung freigegeben. In den letzten Jahrzehnten entstanden in vielen Städten Altenwohnanlagen nach dem Bielefelder Modell bis hin nach Japan. In den Altenwohnanlagen nach dem Bielefelder Modell wurde jeweils eine sog. Keimzelle integriert, in der mehrere unterstützungsbedürftige Menschen mit hohem Pflegebedarf zusammen sich ein Wohncafe teilen und ein 24-h-Angebot im Haus finanzieren. Die dort tätigen Mitarbeiter sind dann auch für andere Mieter im Haus Tag und Nacht ansprechbar.
In den letzten Jahren hat sich das Bielefelder Modell weiter entwickelt. Einige dieser Modelle werden von der Stadt Bielefeld und der BGW und den jeweiligen Anbietern vor Ort im Rahmen von Präsens- und Quartieresarbeit gefördert und mit erheblichen finanziellen Mitteln unterstützt.
Unsere Aufgaben und Schwerpunkte
Ein besonderer Fokus liegt auf der Förderung quartiersnaher Angebote in den Wohncafés der Bielefelder Modelle sowie vergleichbarer Projekte in Kooperation mit der Mellycox GmbH & Co.KG. Dazu gehören:
Förderung und Erhalt bestehender Angebotsstrukturen
- Regelmäßiger Mittagstisch für Mieterinnen, Mieter und Nachbarn
- Verschiedene Freizeitangebote
- Beratungsangebote für Menschen im Quartier
Beratung und Unterstützung
- Beratung von Interessentengemeinschaften zum Wohnen im Quartier
- Unterstützung bei der Gestaltung von Gemeinschaftsräumen in Quartiersprojekten
- Vernetzung sozialer Projektpartner in den beteiligten Kommunen
- Hilfe bei der Vermittlung von bezahlbarem Wohnraum für Menschen mit Hilfebedarf
Unsere Standorte in den Bielefelder Modellen
Wir sind derzeit in folgenden Wohnprojekten aktiv:
- Brakhof in Kooperation mit Becker Immobilien
- Braker Straße (Förderprogramm Stadt Bielefeld, BGW und Mellycox)
- Heinrichstraße (Förderprogramm Stadt Bielefeld, BGW und Mellycox)
- Kammermühlenweg (Förderprogramm Stadt Bielefeld, BGW und Mellycox)
- Westerfeldstraße (Förderprogramm Stadt Bielefeld, BGW und Mellycox)
Weitere Projekte befinden sich bereits in Planung.